Eine Einführung in Tattoofarben
- Christian Rätz
- 26. Apr. 2021
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Mai 2021
WIE SETZT SICH TATTOO-FARBE ZUSAMMEN? Die handelsüblichen Tattoo-Farben bestehen aus einer Mischung aus festen und flüssigen Anteilen. Der feste Anteil sind Pigmente in Form von kleinsten Partikeln, die mit bloßem Auge gar nicht erkennbar sind. Diese Pigmentpartikel (z. B. schwarz, rot, grün, blau) sind für die jeweilige Farbe des Tattoos verantwortlich. Der flüssige Anteil besteht im Wesentlichen aus Lösungs- und Konservierungsmitteln sowie verschiedenen Hilfsstoffen. Die unterschiedlichen Inhaltsstoffe einer Tattoo-Farbe können zu allergischen Hautreaktionen führen, wenn du gegen einen oder mehrere dieser Stoffe eine Allergie hast. Sprich mit deinem Tätowierer über die Tattoo-Farben, die im Studio eingesetzt werden, und lass dir für alle Fälle ein Foto von den Inhaltsangaben der Farbhersteller mitgeben. Dort findest du auch die Produktnummerierung (Badgecode) zur Rückverfolgung der Farbe.
WAS PASSIERT MIT DER TATTOO-FARBE NACH DEM STECHEN? Vielleicht hast du selbst schon mal beobachtet, dass am Wundverband Tattoo-Farbe klebt. Das liegt daran, dass ein Teil der Farbe während des Tattoo-Heilungsprozessesnach außen verloren geht. Dadurch kann sich auch die Kruste, die sich bei der Heilung bildet, verfärben. Keine Sorge, das ist ganz normal. Für die Haut ist die Tattoo-Farbe nämlich erst mal ein Fremdkörper, der wieder abgebaut werden muss. Deshalb wird während des Wundheilungsprozesses ein großer Teil der Tattoo-Farbe über das lymphatische System abtransportiert – vor allem kleinere Farbpigmente sowie die löslichen Bestandteile und die Hilfsstoffe. Ein Teil der Tattoo-Farbe, in erster Linie größere Farbpigmente, die nicht transportfähig sind, bleiben in der Haut (Dermis) und sind damit das Herzstück deines Tattoos.
IN WELCHER HAUTSCHICHT WERDEN DIE FARBPIGMENTE EINGELAGERT?
01 | DIE EPIDERMIS (OBERHAUT)
Die Oberhaut erneuert sich bei gesunder Haut etwa alle drei bis vier Wochen. Die Zellen dieser Hautschicht entstehen durch Zellteilung in der Basalzellschicht, an der Grenze zwischen Oberhaut und Lederhaut. Die Zellen der obersten Schicht der Epidermis – dem sogenannten Stratum corneum – werden durch Lipide zusammengehalten und bilden damit einen festen Zellverbund, der die Haut vor dem Eindringen von Mikroorganismen und Fremdkörpern schützt. Deshalb spricht man auch von der Hautbarriere. Beim Stechen eines Tattoos gelangen Farbpigmente automatisch in die oberste Hautschicht. Diese Farbpigmente werden mit dem natürlichen Hauterneuerungsprozess abgetragen.
02 | DIE DERMIS (LEDERHAUT)
In der Dermis befindet sich ein dichtes System an Kollagenen, Proteoglykanen und elastischen Fasern, das für die Reißfestigkeit und Elastizität der Haut sorgt und die Zellen der Lederhaut in ihrem Kollagenfaser-Netzwerk stützt. Hier werden die Farbpigmente bei permanenten Tattoos eingelagert. Die Lederhaut ist darüber hinaus von Blut- und Lymphgefäßen durchzogen. Hier finden sich neben den Schweißdrüsen auch die Haarfollikel mit Talgdrüsen und eine Vielzahl von Abwehrzellen, die eine wichtige Rolle bei der Wundheilung nach dem Stecheneines Tattoos spielen.
DIE SUBCUTIS (UNTERHAUT)
Die Unterhaut besteht überwiegend aus Fettzellen und Bindegewebe.
WIE VIEL FARBPIGMENT BLEIBT IN DER HAUT?
Je nach Tätowierungsvorgang und verwendeter Tattoo-Farbe schwankt die Menge des Farbpigments. Die ursprüngliche Konzentration der Pigmentpartikel kann sich allerdings innerhalb kurzer Zeit um bis zu 80 % reduzieren. Diese Reduktion passiert durch
Auswaschung während der natürlichen Wundheilung (Wundexsudat) des Tattoos.
Zerstörung der Farbpigmente durch UV-Strahlen.
Abtransport aus der Haut über das Lymphsystem.
Die verbleibenden Farbpigmentpartikel bilden die Farbe in der Haut, die dein Tattoo ausmachen. Hochwirksamer UV-Schutz und eine Stärkung des Kollagenfaser-Netzwerks mit speziellen Tattoo-Anti-Aging-Produkten sorgen dafür, dass die Haut gestärkt wird und deine Tattoos lange Farbbrillanz und Ausdruckskraft behalten.




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